Das diesjährige Thema der Petersberger Gespräche beschäftigt sich mit einem Paradigmenwechsel, der nach Expertenmeinung schon in naher Zukunft nachhaltigen Einfluss auf die Unternehmen selbst, das Business und die Geschäftsmodelle von Unternehmen haben wird. „Enterprise 2.0“.
Im Zentrum des Enterprise-2.0-Ansatzes steht die Frage, wie die Dynamik des Web 2.0 – des Mitmach-Internets – auf die Unternehmen und ihre Märkte selbst übertragen werden kann. Konkret geht es darum, wie durch den Einsatz geeigneter Tools, durch die unternehmensübergreifende Vernetzung und den kollaborativen Austausch von Wissen – kurz: durch die Ermöglichung „kollektiver Intelligenz“ (P. Kruse) –, Unternehmen ihre Organisationsstrukturen und ihre Unternehmenskultur verändern, ihre Produktivität steigern, ihre Innovationskraft entfalten, ihre Kundennähe und Service neu definieren und damit ihre Wettbewerbsfähigkeit noch gezielter stärken können als bisher.
Auf der einen Seite stehen die Veränderungen in den Unternehmen selbst. Sie betreffen Leadership und Organisation genauso wie die Etablierung neuer Werte
und Entfaltung des Mitarbeiterpotentials. Auf der anderen ermöglichen sie ein
neues Miteinander von Unternehmen und ihren Märkten. Damit eröffnen sie neue
Chancen der Interaktion und Kundennähe, die sowohl in innovativen Produkten, verkürzten Time-to-Market-Intervalen als auch in neuen Serviceangeboten sichtbar werden.
Nicht zuletzt betrifft Enterprise 2.0 die für die Wettbewerbsfähigkeit entscheidende Personalentwicklung, und damit die Frage, welche Mitarbeiter ein Unternehmen in Zukunft haben will – und womit es sich als attraktiver Arbeitgeber nach Außen hin positioniert. Sie zielt in gleichem Maße auf die erfahrenen ‚Digital Immigrants’ als auch auf die jungen ‚Digital Natives’, die sich – exzellent ausgebildet und nachhaltig geprägt von der Transparenz, Interaktion und Offenheit des Web 2.0 – schon bald die zu ihren Mindsets passenden Arbeitgeber aussuchen werden.
Auch wenn durch Enterprise 2.0 der Unternehmens-IT innerhalb der Geschäftsprozesse und Unternehmensstrategie eine noch wichtigere Rolle zukommen wird als bisher, stehen im Fokus unseres diesjährigen Forums keine technischen Fragen. Nichtsdestotrotz stellen sich die Petersberger Gespräche dem Themenkomplex Enterprise 2.0 nicht nur inhaltlich, sondern auch formal: Unser diesjähriges Thema regte uns an, den Austausch und die Interaktion der Teilnehmer auf unserem Forum im Sinne des Enterprise-2.0-Ansatzes zu verändern und neu zu gestalten.
Mit der Einbindung des Enterprise-2.0-Gedankens kreieren wir ein Novum in der
inzwischen sechsjährigen Geschichte der Petersberger Gespräche und verweisen damit auf die Arbeitsabläufe einer Zukunft, die in vielen Unternehmen längst begonnen hat. In welchen Unternehmensbereichen und mit welcher Intensität – diese Frage beantworten unsere hochkarätigen Next-Practice-Referenten am 25. September aus erster Hand.
Die Synthese aus Face-to-face-Kommunikation und Enterprise 2.0 stellt auch für uns ein Experiment dar. Wir freuen uns auf die gemeinsame Erfahrung, die Vernetzung interdisziplinärer Gedanken und damit auf einen fruchtbaren, neue Perspektiven eröffnenden Austausch.