Daniel Domscheit-Berg

geboren 1978, baute von 2007 bis September 2010 mit Julian Assange die WikiLeaks-Plattform auf und fungierte unter dem Pseudonym Daniel Schmitt als Sprecher des Projekts. Im September 2010 verließ er das Projekt nach Streitigkeiten um dessen strategische Ausrichtung. Domscheit-Berg verarbeitete seine Erfahrungen „Inside WikiLeaks" in einem Buch, das 2011 erschien und in 23 Sprachen übersetzt wurde. Er arbeitet momentan an verschiedenen Projekten, u. a. dem Aufbau einer dezentralen Internetinfrastruktur in Europa und Afrika, und der Schaffung des ersten virtuellen Internet-Exchanges. Vor seiner Zeit bei WikiLeaks arbeitete Domscheit-Berg für verschiedene Fortune 500-Unternehmen und beschäftigte sich vor allem mit verkabelten und kabellosen Netzwerken und deren Sicherheit. Domscheit-Berg ist ein Verfechter von Transparenz und dem gleichberechtigten Zugang zu Information und Wissen in einer komplexen globalisierten Welt.

Referent der Petersberger Gespräche 2014


Denn sie wissen nicht, was sie tun – Vom Eintritt in das digitale Zeitalter

In den 45 Sekunden, die es Sie kosten wird, diesen Text zu lesen, werden etwa 180.000.000 E-Mails versandt, 125.000 Stunden Video auf YouTube abgespielt und 2.800.000 Facebook-Einträge „geliked“ worden sein. Wir leben in einer Zeit unvorstellbarer Mengen von Daten, die jeden Tag generiert und transferiert werden. Sie sind Manifest des größten Motors, den das, was wir Wirtschaft nennen, jemals gesehen hat: die digitale Revolution. Wir erleben eine radikale Transformation aller Bereiche unserer Gesellschaft, deren Grundlage das Empowerment von mehr und mehr Menschen auf diesem Planeten durch den Uplink zum Netz ist. Es gilt, die Potentiale und Chancen dieser einmaligen Chance für Wohlstand, Gerechtigkeit und Teilhabe auszuschöpfen, für eine Zukunft mit Zukunft. Und es gilt, diese Zukunft vor den Kräften vergangener Systeme zu schützen, die durch anlasslose Massenüberwachung Gefahr laufen, Geschichte zu wiederholen. Nicht zuletzt für die Generation, die zwischenzeitlich 11.000.000 Nachrichten über WhatsApp verschickt hat.